Für eine Stadt, die wir uns leisten können

(Foto© Flurina Rothenberger)

Für zahlbare Wohnungen

In der Wohnpolitik müssen wir einen Gang höher schalten. Liegenschaftskäufe allein reichen nicht. Der Gegenvorschlag des Stadtrats zur AL-Initiative «Hier leben, hier wohnen, hier bleiben» ist halbbatzig und ungenügend. Bei der kommenden Revision der Bau- und Zonenordnung müssen private Investoren klar in die Pflicht genommen werden: Wo künftig höher und dichter gebaut werden darf, müssen sie mindestens einen Fünftel der Wohnungen preisgünstig und dauerhaft in Kostenmiete anbieten. Jahrelang hat der Stadtrat eine griffige Regelung gegen Business Apartments und kommerzielle Airbnbs verhindert. Und er unternimmt nichts, um dem 2021 endlich beschlossenen Verbot Nachachtung zu verschaffen. Als Stadträtin werde ich mich dafür einsetzen, dass dieses Verbot konsequent durchgesetzt wird. Die Versäumnisse der Ära Odermatt müssen dringend korrigiert werden!

Gesundheitsversorgung für alle

Profitinteressen haben in der Gesundheitsversorgung nichts verloren. Diesen Grundsatz werde ich auch im Stadtrat kompromisslos leben. Alle Menschen sollen über möglichst gleiche gesundheitliche Chancen verfügen. Gesundheitliche Unterschiede sind kein Zufall, sondern beruhen auf sozialen Mustern. Hier setze ich an. Mit unseren städtischen Gesundheitsinstitutionen und den sozialen Diensten können wir eine starke, breit aufgestellte Grundversorgung anbieten, die nicht am Spitalausgang aufhört, sondern auch soziale Angebote einschliesst wie das erfolgreiche, von der AL lancierte Pilotprojekt der sozialen Rezepte.

Für faire Arbeitsbedingungen

Mein Erstberuf als Pflegefachfrau hat mich politisch geprägt. Schichtarbeit, Lohndiskriminierung, Ringen um Anerkennung: All das kenne ich aus eigener Erfahrung. Bei belastenden Tätigkeiten, bei Schichtarbeit und insbesondere in der Pflege will ich die 35-Stunden-Woche einführen. Seit Jahren schiebt der Stadtrat den parlamentarischen Auftrag für einen Pilotversuch wie eine heisse Kartoffel von einem Departement zum andern und Michael Baumer ist nicht bereit, die berechtigte Forderung der VBZ-Basis aufzunehmen. Das muss sich ändern.

Für starke öffentliche Betriebe

Ich habe mit Erfolg gegen die geplante Auslagerung der Stadtspitäler gekämpft und werde mich weiterhin entschieden gegen jede Form von Ausgliederung und Privatisierung zur Wehr setzen. Unsere öffentlichen Betriebe tragen entscheidend zur hohen Lebensqualität unserer Stadt bei. Die Zürcher:innen bestätigen das in der Bevölkerungsumfrage 2025. Verkaufspläne für Energie 360° AG, wie sie Stadtrat Baumer kürzlich präsentierte, lassen bei mir Alarmglocken läuten. Öffentliche Infrastruktur darf nicht unbedacht veräussert werden. Und wir müssen unbedingt verhindern, dass unser ewz im Zuge des EU-Stromabkommens als integriertes Gesamtunternehmen zerschlagen wird.

Für solidarische Quartiere
Ich engagiere mich für eine Stadt aus «Caring Communities»: solidarische Gemeinschaften, die Aufgaben gemeinsam tragen. Der wichtigste Faktor dabei sind wir Zürcher:innen. Zahlreiche engagierte Menschen und bestehende Quartier Netzwerke haben Wissen, worauf wir aufbauen können. Ihre Autonomie zu erhalten, ist mir wichtig. Die Stadt Zürich entlang von Caring Community-Prinzipien weiterzuentwickeln, bedeutet zudem, Wohn- und Freiraum zu schaffen, der soziale Begegnungen überhaupt zulässt.

Der Beitrag erschien im AL-Info 1/26, S. 6